Imkerverein-Teufelsmoor

 

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Harald Brummerloh über  Borreliose                                                  ....mehr
Udo Kellner zum Thema  Honig ....mehr
Prof. Dustmann über die Apitherapie  ....mehr
Dr. Brückner über Wohnungssuche der Bienen  .....mehr 
   
   

                                                                               

Mitgliederversammlung vom 11. November 2010

Harald Brummerloh hält einen Vortrag über Borreliose, der für den Februar geplant war.

Zecken sind eine Gefahr für alle, die sich in der Natur aufhalten. Durch einen Zeckenbiss kann man sich mit zwei Krankheiten infizieren:

 

Sachgerechtes Entfernen der Zecke  mittels  spezieller Pinzette

1. FSME (Hirnhautentzündung), eine Viruserkrankung, die hauptsächlich in Süddeutschland, Österreich, ehemals Jugoslawien, den Baltischen Ländern und Ostschweden vorkommt.

Dagegen gibt es eine Impfung.

2. Borreliose, eine Krankheit, die durch Bakterien (Borrelien) hervorgerufen wird und in ganz Deutschland und vielen anderen Ländern vorkommt. Man kann die Borreliose als Volkskrankheit bezeichnen, weil sie sehr häufig und mit den unterschiedlichsten Symptomen auftritt. Es gibt 3 Arten von Borrelien, die entweder die Gelenke, Organe oder Nerven befallen.

1985 wurde in Amerika erstmals der Erreger der Borreliose entdeckt, vorher war die Krankheit nicht nachweisbar.

Bildet sich nach einem Zeckenbiss eine Hautrötung, ist es eindeutig, dass mit Borreliose infiziert wurde. Da hilft am besten eine Antibiotikatherapie. Hat man nach einem Zeckenbiss keine Hautrötung, aber Symptome, z.B. Gelenkschmerzen, so kann man nach 6 Wochen eine Blutuntersuchung machen lassen. Erst ab diesem Zeitpunkt sind Antikörper nachweisbar.

Beim sogenannten LTT-Test kann man mit Borrelien-Antigenen neue und verschleppte Borreliosen nachweisen. (machen nur wenige Labore, keine Kassenleistung)

Wer keine Antibiotika verträgt oder nicht nehmen möchte, hat die Möglichkeit, alternative Behandlungsmethoden zu wählen, z.B. Auszüge aus der Karde in Tropfenform. Es gibt viel Literatur und Informationen im Internet zu diesem Thema.

Zecken sind Spinnentiere und haben wie die Milben 8 Beine. Sie sind Parasiten, denn sie brauchen das Blut anderer Tiere oder Menschen zur Fortpflanzung.

Weltweit gibt es 800 Zeckenarten. Bei uns sind am häufigsten die Schildzecken und die Lederzecken. Zecken lieben feuchtes Laub, mögen keine Trockenheit und können lange ohne Nahrung auskommen.

Das Leben der Zecke:

Die Männchen sind kleiner als die Weibchen, sie benötigen weniger Blut zur Fortpflanzung. Hat sich ein Weibchen vollgesogen, legt es bis zu 3000 Eiern, wobei sie jedes Ei zum Schutz mit einer Wachsschicht umgibt. Hat sie alle Eier gelegt, stirbt sie. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die hell und sehr klein sind und 6 Beine haben. Sie benötigen eine Blutmahlzeit, z.B. von Mäusen, um sich häuten zu können. Danach wird eine Larve zur Nymphe, die nur wenig größer ist, aber 8 Beine hat. Diese braucht wiederum eine Blutmahlzeit, um sich häuten zu können. Nun wird daraus die erwachsene Zecke (Männchen oder Weibchen)) mit 8 Beinen und deutlich größer, die eine Blutmahlzeit zur Fortpflanzung braucht.

   

Zecken haben keine Augen, können also nicht sehen. Sie benutzen ihre Vorderbeine als Fühler und riechen so ihre Opfer. Das können Mäuse, Igel, Vögel, Eidechsen, Rehe, Hunde und andere Tiere sowie der Mensch sein. Auch Tiere können an Borreliose erkranken, einige sind aber lediglich Ã�berträger.

Die Borrelien sitzen im Darm einer infizierten Zecke (auch Larve und Nymphe können bereits infiziert sein). Die Zecken saugen über einen längeren Zeitraum bis zu mehreren Tagen an ihrem Opfer, wobei sie erst gegen Ende des Saugvorganges ihren Mageninhalt mit den Borrelien ausspucken und so den Wirt infizieren. Daher ist es wichtig, eine Zecke so schnell wie möglich zu entfernen. (unbedingt vernichten) Am besten eignet sich eine Zeckenzange.

Feinde der Zecken sind Ameisen, Vögel und eine Miniwespe, die in Hohenheim inzwischen extra gezüchtet wird.  

Man sollte aus Angst vor der Borreliose aber nicht die Natur meiden. Man kann mit Einreibemitteln kurzfristig die Zecken abwehren. Wichtig ist, abends nach Zecken am Körper Ausschau zu halten und sie schnell zu entfernen, wenn sich eine festgesetzt hat.

 

gez. Sylvia Brummerloh                                                   ......nach oben


Udo Kellner zum Thema �Honig� am 14.10.2010

Udo Kellner erzählt über seine Imkerei in Eldingen und dass er verschiedene Trachten anwandert, wie z.B. den Raps auf Fehmarn oder die Heide.

Beim Abfüllen ist Folgendes zu beachten:

-          eine Kopfbedeckung tragen

-          Eine geeichte Waage benutzen, denn Untergewicht ist ganz negativ.

-          Das Glas möglichst dicht unter den Abfüller halten, damit keine Luft   in den Honig kommt.

-          Honig im DIB-Glas ist besser, da die Auflagen strenger sind als beim Neutralglas. Das DIB-Glas bürgt für Qualität.

-          Beim Etikett gehört oben das Haltbarkeitsdatum drauf. Die Sortenbezeichnung kann man sich drucken und vorn aufkleben. (Udo Kellner schreibt sich genau auf, welche Nummer der Banderolen auf welcher Honigsorte klebt, um eine bessere Kontrolle zu haben.)

-          Als Scheibenhonig sollte man nur Heidehonig in frischen Wachswaben anbieten, nicht auf gekaufter Mittelwand.

Was ist Honig?

-          ein naturbelassenes hochwertiges Lebensmittel

-          ein Heilmittel

-          ein hochwertiges Süßungsmittel

Blütenhonig besteht ausschließlich oder überwiegend aus Nektarien.

Honigtauhonig besteht ausschließlich oder überwiegend aus Honigtau oder Siebröhrensaft. Sortenbezeichnungen von Blütenhonigen sind: Raps, Frühtracht, Löwenzahn, Akazie, Linde, Sonnenblume, Kornblume, Phazelia,, Blütenhonig, Heidehonig, Sommertracht. Sortenbezeichnungen von Honigtauhonigen sind: Tannenhonig, Fichtenhonig, Waldhonig.

Auch 2 Bezeichnungen sind zulässig, z.B. Blütenhonig mit Linde oder Frühtracht mit Löwenzahn.

Die Inhaltsstoffe des Honigs sind: Verschiedene Zucker, Wassergehalt 14% - 18%, bei Heide bis 21%, Enzyme, Fermente, Diastase, Invertase, Vitamine, Mineralien, Säuren, Aminosäuren, Hormone, Inhibine, Flavonoide und Aromastoffe.

Der HMF-Gehalt sollte nicht über 15my/kg liegen. Auch bei sachgerechter Lagerung und optimaler Temperatur steigt der HMF-Gehalt um 3 ppm bei Honigtauhonig und um 5 ppm bei Blütenhonig. Darum sollte Honig nicht jahrelang aufbewahrt werden.

Wichtige Dinge bei der Bearbeitung des Honigs:

-          Sauberkeit: Beim Schleudern und Abfüllen sollte man eine Schürze oder eine saubere Imkerjacke tragen, außerdem eine Kopfbedeckung und Einweghandschuhe. Beim Einlegen der Deckeleinlagen in die Deckel trägt man am besten Handschuhe. Unter die sauberen Gläser legt man im Karton am besten Papiertücher.

-          Zustand: Man rührt den Honig, bis er marmorisiert bei kühlen, aber nicht zu kalten Temperaturen.

-          Lagerung: Den Honig in Hobbocks zu 40 kg, 25 kg oder 12,5 kg dunkel, trocken und kühl lagern. Die Temperatur sollte 11 bis 14 Grad Celsius betragen. Schädlich sind Wärme. Licht und größere Temperaturschwankungen. Der größte Feind ist Feuchtigkeit. Ideal sind 45% -55%, lieber weniger.

Honigerzeugung und -gewinnung:

Tracht – Reife – Entnahme – entdeckeln – schleudern – sieben – abschäumen – rühren – abfüllen – deklarieren – verkaufen.

Zum Abschluss gab es eine Blindverkostung von 12 Honigsorten. Man sollte durch Geruch und Geschmack herausfinden, um welche Honigsorte es sich handelt und diese in eine Liste eintragen. Wie wir alle festgestellt haben, war das gar nicht so einfach, hat aber viel Spaß gebracht.

gez. Sylvia Brummerloh

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Apitherapie

Versammlung vom 11. März 10

 

Harald Brummerloh begrüßt die Teilnehmer und gibt das Wort an      Prof. Dustmann, den ehemaligen Leiter des Bieneninstituts Celle, der über Apitherapie referiert.

Apitherapie ist eine Jahrhunderte alte Erfahrungsmedizin, die weltweit häufiger genutzt wird als in Deutschland, im Süden mehr als im Norden. Eine Adressenliste mit entsprechenden Ärzten und Heilpraktikern kann man sich schicken lassen:

Deutscher Apitherapie Bund e.V.

Weidenbachring 14

82362 Weilheim-Marnbach

oder unter: www.apitherapie.de

Folgende Bienenprodukte werden genutzt: Honig, Pollen, Propolis, Gelee Royal, Bienengift, Wachs, Drohnenlarven und Bienenstockluft. 

Honig

Honig ist ein Nahrungsmittel, ein Energiespender (z.B. beim Sport, ein allgemeines Kräftigungsmittel (Stärkung des Immunsystems. Er wirkt entzündungshemmend, z.B. bei Magengeschwüren. Auf den Darm und die Leber übt er eine Schutzfunktion aus. Auch Diabetiker dürfen Honig essen, sollten dabei Akazienhonig oder Blütenhonig bevorzugen, keinen Waldhonig. In frischem Honig sind Bifidobakterien, die freie Radikale wegfangen. Buchweizenhonig hat den höchsten Antioxidantienwert (16,95)), Akazienhonig den niedrigsten (3). Bei der Krebstherapie lassen sich die Nebenwirkungen durch Gabe von Honiglösungen stark reduzieren.

Manukahonig ist als Medikament zertifiziert. Er lässt Wunden schneller und besser heilen und wird z.B. in der Kinderklinik in Bonn verstärkt eingesetzt.

Honig im Kräutertee wirkt als »Transportmittel« für die Inhaltsstoffe im Tee.

Pollen

Inhaltsstoffe des Pollens sind: Proteine, Zucker, Aminosäuren, Fette, Mineralstoffe, Vitamine, Enzyme, Sterole, Flavonoide, Bakteriostatika u.a.

Frischer und eingefrorener Pollen wirkt besser als getrockneter. Mehr als 20 g am Tag sollte man nicht zu sich nehmen. Am besten verträglich ist er, wenn man ihn mit Flüssigkeit verrührt. Er hat eine günstige Wirkung auf den PSA-Wert der Prostata, außerdem auf Magen, Darm, Augen, bei Anämie und Heuschnupfen, sowie zur allgemeinen Kräftigung und zur Stärkung des Nervensystems. Noch besser als reiner Pollen soll Bienenbrot wirken. Der Gehalt an Antioxidantien ist wesentlich höher als im Gemüse, zz.B. hat Brokkoli den Gehalt 9, Esskastanienpollen dagegen 536.

Gelee Royal

Gelee Royal ist das wertvollste natürliche Nahrungsergänzungsmittel und hilft immer dann, wenn der Körper durch Krankheit und Stress geschwächt ist. Er fördert die Bildung von neuen gesunden Zellen, reguliert den Blutdruck, stimuliert innersekretische Drüsen (Bauchspeicheldrüse, Nebenniere, Hypophyse), lindert die Symptome beim Klimakterium der Frau und wirkt vorbeugend bei Osteoporose. Es wird auch in der Kosmetikindustrie genutzt.

Propolis

Die Bienen sammeln Harz von den Knospen verschiedener Bäume, vermengen ihn mit Wachs, Pollen und einem Speichelsekret = Propolis. Die Bienen schützen damit ihre Behausung gegen Zugluft, Feuchtigkeit, Bakterien, Pilze und Viren. Es ist das wertvollste Produkt der Bienen. Propolis ist ein anerkanntes Medikament und findet seinen Einsatz als Antibiotikum, das keinerlei Resistenzen aufweist. Es findet Anwendung bei Akne, Ekzemen, Schuppenflechte, Gürtelrose und Furunkeln. Es wirkt Entzündungen im Hals-Nasenbereich, den Zähnen, der Bindehaut, der Gelenke, im Magen-Darm-Bereich, der Harnwege und der Lunge entgegen. Es lindert Schmerzen und Bestrahlungsschäden und kann als lokales Betäubungsmittel eingesetzt werden. Prophylaktisch kann man es gegen die virusbedingte Grippe einnehmen sowie zur Steigerung der Immunabwehr.

Man sollte unbedingt mit Gaben von 2-3 Tropfen beginnen, da allergische Reaktionen auf Propolis möglich sind. Die Tropfen sollte man auf Brot, Honig oder Zuckerwürfel geben.

Bienengift

Vor jeder Bienenstichbehandlung muss geprüft werden, ob eine Allergie vorliegt!

Apipunktur: Der Stachelapparat der Biene wird als Akupunkturnadel benutzt.

Bienengift wird eingesetzt bei Athritis (Gelenkentzündung, Gürtelrose sowie MS.

Bienengift gibt es in Salbenform, als Tabletten, die man unter der Zunge zergehen lässt oder homöopathisch als Apis (Globuli oder Tinktur).

Bienenstockluft

Es gibt die Inhalation mit Bienenstockluft, die bei Atembeschwerden, z.B. Asthma angewendet wird.

Auf die Anwendung von Wachs und Drohnenwaben geht Prof. Dustmann nicht ein. (Die Broschüre gibt Auskunft.)

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Wie findet der Bienenschwarm eine neue Wohnung?

Frau Dr. Brückner von der Universität Bremen hält einen Vortrag zum Thema: â€�Wie Bienenschwärme ihre neue Wohnung findenâ€�.

Als Einführung zeigt sie ein Bild der Worpsweder Malerin Ina Landt â€�Demokratie-Biene über dem Teufelsmoorâ€� und erzählt von dem Buchâ€�Honeybee Democrocyâ€� von Thomas Seeley, das im November auf Englisch erschienen ist. Es enthält die Beschreibung vieler Versuche zu dem Thema, wie ein Bienenschwarm seine neue Wohnung findet. Seeley hat vor Veröffentlichung seines Buches das Werk Ina Landt´s gesehen, der Titel könnte also dadurch inspiriert worden sein!

Seeley hat auf einer Insel ganz viele Experimente gemacht. Er hat dazu viele verschiedene Nisthöhlen in unterschiedlicher Entfernung aufgestellt. Die Bienen fliegen bis zu 5 km weit.

Wenn ein Schwarm im Baum hängt, so vernetzen sich die Bienen durch Aneinanderhängen ihrer Beine. Da die Biene ja 6 Beine hat, kann sie sich mit 6 anderen Bienen vernetzen, wobei der Kopf nach oben zeigt.

Sollte es regnen, kann der Regen an der äußeren Bienenschicht ablaufen, alle Tiere im Inneren bleiben trocken. Der Schwarm kann verschieden Zustände annehmen: Bei Kälte rücken die Bienen ganz eng zusammen, bei Wärme hängen sie locker aneinander mit Luftgängen dazwischen. Ein Schwarm ist ein Superorganismus.

Während der Schwarm am Ast hängt, suchen Kundschafter-Bienen eine neue Nisthöhle. Haben z.B. zwei Bienen eine neue Höhle entdeckt, so machen beide außen auf dem Schwarm einen Schwänzeltanz, um für die neue Höhle zu werben. Nun fliegen weitere Bienen los, um ebenfalls die eine oder andere Höhle zu begutachten. Dabei sind folgende Kriterien wichtig; Die Höhle sollte ungefähr 5 m hoch liegen, ein Volumen von mindestens 15 l  und  ein kleines Flugloch haben, nach Süden ausgerichtet  und innen nicht feucht sein. Der Tanz wird intensiver, je optimaler die Höhle ist. Ca. 100 Bienen müssen die Höhle begutachten und dafür tanzen. Je mehr verschiedene Wohnungen gefunden wurden, umso länger braucht der Schwarm für seine Entscheidung. Das kann schon mal 3 Tage dauern. Es ist eine demokratische Abstimmung der Schwarmbienen.

Wenn der Schwarm vom Ast abfliegen will, muss das gemeinsam geschehen. Alle Bienen müssen sich aktiv per Muskelarbeit aufheizen, um die richtige Temperatur zu haben. Dann fliegen sie gemeinsam zu ihrer neuen Höhle. Dort beginnen sie mit dem Wabenbau von oben nach unten, wobei sie sich wieder mit ihren Beinen aneinanderhängend vernetzen. Dann können sie auf Futtersuche gehen, um Vorräte für den Winter zu sammeln.

Ein Vorschwarm kann bis zu 40 000 Bienen enthalten. Meist sammelt sich der Schwarm in der Nähe des alten Stocks.

Wenn der Imker den Schwarm einfängt, wird der neue Kasten meistens akzeptiert, es sei denn, er ist zu klein. Dann ziehen die Bienen wieder aus.

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